Schwerin-Lokal

BREXIT wird auch in Schwerin diskutiert

Schwerin, 25.06.2016 (red/sr). Der BREXIT hat auf die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern unmittelbare Auswirkungen. Immerhin ist Großbritannien der viertwichtigste Handelspartner unseres Bundeslandes.

Von Stefan Rochow

 

brexit

 

Europa war gestern geschockt: Großbritannien hat in einer Volksabstimmung mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Was werden die Folgen sein und wie kann es mit der EU nun weitergehen? Das sind relevante Fragen, die in nächster Zeit zu beantworten sein werden. Die Folgen des BREXIT werden voraussichtlich auch bald in Mecklenburg-Vorpommern zu spüren sein.

 

 

Schweriner Bundestagsabgeordnete bedauern die Entscheidung der Briten

 

Dr. Dietmar Bartsch, DIE LINKE; MdB. Bundestagsabgeordneter, Abegordneter

Dietmar Bartsch, MdB. ©DBT/Inga Haar

Der Schweriner Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch, der auch Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Bundestag ist, bedauert die Entscheidung in Großbritannien.  „Es ist erschreckend, dass die schrillen Parolen rechtspopulistischer ‪‎Brexit-Befürworter mehrheitsfähig wurden.“, sagt Bartsch gegenüber Schwerin-Lokal. Seine Partei sieht er  europaweit in der Pflicht „um das große europäische Projekt des Friedens, der kulturellen Vielfalt, für soziale Gerechtigkeit entschlossener kämpfen.“

„Die herrschende Politik muss weg von ihrem Konzept eines Europas der Eliten, Banken und Konzerne, hin zu einem Europa der Menschen. Dieser Kampf ist mit dem Votum für ein Ausscheiden Großbritanniens aus der ‪‎EU alles andere als leichter geworden. Deshalb sind alle progressiven Kräfte gefragt, ihre Kämpfe zu bündeln.“, glaubt Bartsch.

 

Bundestagsabgeordneter Dietrich Monstadt

Dietrich Monstadt, MdB

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete  Dietrich Monstadt hätte sich eine andere Entscheidung als den Brexit gewünscht. „Es ist kein Geheimnis, dass wir uns einen anderen Ausgang des Referendums in Großbritannien gewünscht hätten. Alle wesentlichen Umfragen ließen dies zunächst auch erwarten. Das Ergebnis haben wir daher großem Bedauern zur Kenntnis gekommen.“, sagt Monstadt gegenüber Schwerin-Lokal.

 

Nun habe man die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger aber in Großbritannien zu akzeptieren. „Darüber hinaus müssen auch wir kritisch hinterfragen, ob alle Abläufe innerhalb der Europäischen Union bereits optimal organisiert sind. Beispielsweise sollte meines Erachtens durchaus überlegt werden, welche politischen Entscheidungen am besten in Brüssel und welche ggf. doch besser auf nationaler Ebene getroffen werden sollten. Auch Themen wie Bürgernähe und Transparenz gehören meines Erachtens erneut auf die Tagesordnung.“, sagt Monstadt weiter.

 

Wirtschaft hat Angst vor Zöllen

 

Der IHK-Außenwirtschaftsausschuss hatte sich schon am vergangenen Dienstag mit der Frage beschäftigt, was der Ausstieg Großbritanniens für die Wirtschaft in unserer Region bedeuten kann. Die Mitglieder des IHK-Ausschusses waren sich einig, dass Großbritannien für Deutschland und für Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Handelspartner ist. „Immerhin lag das Vereinigte Königreich im Jahr 2015 auf Platz 3 der Ausfuhrländer Mecklenburg-Vorpommerns. Und auch bei der Einfuhr spielt das Land mit Platz 8 eine große Rolle für unsere regionalen Unternehmen“ fasst Ronny Freitag, Ausschussvorsitzender und Geschäftsführer der Mebak Metallbau GmbH die Diskussion zusammen.

 

„Für deutsche Unternehmen, die bisher mit dem Vereinigte Königreich wirtschaftlich verbunden waren, hat die Entscheidung unmittelbaren Einfluss. Zum Beispiel müssen sich die Unternehmen wieder auf förmliche Zollanmeldungen bei der Ein- und Ausfuhr einstellen,“ so Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin.

 

Die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern lieferten in der Vergangenheit Waren im Wert von 357 Millionen Euro auf die Insel. Damit ist Großbritannien zu den viertwichtigste Handelspartnern im Land. Das Vereinigte Königreich liegt damit noch deutlich vor Russland. Sollte es nun Ein- und Ausfuhrzölle geben, dann wird das nicht nur die Produkte verteuern, sondern auch konkrete Auswirkungen auf  die Wirtschaft hier im Land haben.

 

Mecklenburg-Vorpommern verkauft vor allem Weizen, Zuckerrüben, Dünger, Schnittholz, Eisenwaren und Schiffe ins Vereinigte Königreich und führt von dort unter anderem Erdöl, chemische Halbwaren, Kunststoffe, Fahrzeuge, Ölfrüchte aber auch Milch und Fisch ein.

 

 

 

 

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