Schwerin-Lokal

Friedrichstraße als Fußgängerzone?

Schwerin, 04.09. 2017 (red/sr). Soll die Friedrichstraße in eine Fußgängerzone umgewandelt werden? Darüber wird im Moment in den Auschüssen der Stadtvertretung diskutiert. Zwei Fraktionen haben allerdings schon die Ablehnung bekundet.  Von Stefan Rochow

 

Schwerin Friedrichstrasse

 

Die Aktion Stadt- und Kulturschutz (ASK) hatte auf der vergangenen Sitzung der Stadtvertretung den Antrag gestellt, die Friedrichstraße in eine Fußgängerzone umzuwandeln. Stadtvertreter Karsten Jagau möchte, dass in der Straße nur noch der Lieferverkehr fahren darf und ansonsten Park- und Durchfahrtsverbot herrscht.

 

Da die Friedrichstraße  durch die Gewerbetreiben immer attraktiver werde, möchte die ASK diese Entwicklung mit ihrem Antrag befördern. In der Antragsbegründung heißt es daher:

 

„Eine Verkehrsberuhigung bzw. eine Umwidmung als Fußgängerzone, steigert die Möglichkeit die Friedrichstraße für Touristen, Anwohner und Gewerbetreibende erlebbarer zu machen. Entsprechende Regelungen für das Befahren der umliegenden Straßen gehen mit diesem Antrag einher.“

 

Im Moment wird der Antrag in den Ausschüssen der Stadtvertretung diskutiert. Die ersten Stadtfraktionen haben sich allerdings schon zu den ASK-Vorstellungen geäußert.

 

Bürgerfreundlichkeit und Tourismusförderung sehen anders aus

 

Die CDU-Fraktion hat sich klar gegen den Antrag ausgesprochen.„Parkplätze werden in der Schweriner Innenstadt dringend gebraucht“, so der ordnungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Klaus Lemke. „Die Friedrichstraße hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen dort die Geschäfte oder parken dort um die Fußgängerzone oder den Markt zu erreichen. Eine totale Sperrung würde Anwohner und Besucher gleichermaßen und unnötiger Weise treffen. Bürgerfreundlichkeit und Tourismusförderung sehen anders aus. Die CDU-Fraktion wird die Gewerbetreibenden vor Ort auch weiterhin unterstützen“, so Klaus Lemke zu den Plänen der ASK.

 

Durchfahrtsverbot würde Parksituation noch mehr verschärfen

 

Auch aus den Reihen der SPD kommt Gegenwind. „Die geforderte Verkehrsberuhigung der Friedrichstraße mag zwar im ersten Moment interessant erscheinen, birgt jedoch bei näherer Betrachtung einige Probleme. Die Knappheit an Parkplätzen ist bekannt und immer wieder Thema in der Kommunalpolitik. Wäre die Friedrichstraße künftig eine Fußgängerzone, würde eine nicht unerhebliche Anzahl Parkplätze wegfallen. Dies würde die ohnehin schon knappe Anzahl an Parkplätzen noch weiter verringern. Probleme könnten sich darüber hinaus auch beim Verkehrsfluss ergeben.“, sagt Roman Möller, der für die SPD-Stadtfraktion im Ordnungsausschuss sitzt.

 

Roman Möller hat darüber hinaus einmal eine Befragung der Geschäftsleute in der Friedrichsstraße durchgeführt. „Die Befragung hat ergeben, dass diese die Umwandlung in eine Fußgängerzone selbst mehrheitlich kritisch sehen. So befürchten diese Einbußen beim Umsatz, da viele Geschäfte eher von Kunden leben, die mit dem Auto anreisen.“, so der SPD-Kommunalpolitiker.

 

Kritisch würde auch der relativ hohe Leerstand und der schlechte Zustand einiger Gebäude gesehen, welche die Straße für eine Fußgängerzone wenig attraktiv erscheinen lassen. Für Roman Möller steht daher fest, dass in der Friedrichstraße alles beim Alten bleiben soll.

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