Schwerin-Lokal

Weltkulturerbe Schweriner Schloss:
In drei Jahren erfolgsträchtigen Antrag vorlegen

Schwerin, 08.11.2017 (red/sr). In den vergangenen Tagen fand die dritte Schweriner Welterbetagung statt. Für Schwerin war es eine weitere Bestärkung sich um die Aufnahme in die Unesco-Weltkulturerbe-Liste zu bewerben. So leicht wird es aber dann doch nicht. Von Stefan Rochow

 

 

Unter dem Titel „Schloss – Stadt – Garten, die Residenz als historische Kulturlandschaft“ fand in den letzten drei Tagen die dritte Schweriner Welterbetagung statt. Sie wurde gemeinsam vom Landtag Mecklenburg-Vorpommern, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Landeshauptstadt Schwerin und der ICOMOS Deutschland veranstaltet. Als Jahrestagung des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS, dem Internationalen Rat für Kulturdenkmäler und schutzwürdige Bereiche, begleitet die international besetzte Konferenz die Welterbe-Nominierung des „Residenzensembles Schwerin – Kulturlandschaft des romantischen Historismus. „Die dritte Welterbetagung erfüllt mich mit großem Stolz. Denn sie findet zugleich mit der ICOMOS Jahrestagung statt, die unserer Bewerbung ein großes Interesse und internationale wissenschaftliche Beteiligung sichert“, sagte Oberbürgermeister Rico Badenschier im Vorfeld der Tagung. Gestern war es nun Zeit ein Resümee zu ziehen.

 

In drei Jahren einen erfolgsträchtigen Antrag vorlegen

 

Die Landeshauptstadt sieht sich nach den Tagen in ihrer Weltkulturerbe-Bewerbung bestärkt. In drei Jahren, so die Planung, möchte die Stadt einen  einen erfolgsträchtigen Antrag vorlegen. Allerdings sieht Oberbürgermeister Rico Badenschier noch einen schwierigen Weg vor sich, bis das Schweriner Schloss Weltkulturerbe ist. Alles in allem überwiegen die Chancen aber dem Risiko, so dass sich die Landeshauptstadt auch weiterhin auf den Weg machen möchte.

 

Nur Schönheit reicht nicht

 

Die Herausforderung sieht man im Moment darin, den herausragenden universellen Wert des Schlosses im Zentrum eines geschichtsträchtigen Residenzesemble deutlich zu machen. Eine besondere Rolle soll hier die Geschichte des Schlosses vom Herrschersitz zum demokratisch gewählten Landtag einnehmen. Als besondere Kulturlandschaft wolle man auf die Liste, betonte Badenschier gestern. Die Tagung habe geholfen den Blick zu weiten und auch einmal über die „Mecklenburger Nabelschau“ hinauszudenken.

 

Nur Schönheit eines Baus reiche nicht aus, um als Weltkulturerbe aufgenommen zu werden. „Hier muss auch eine Einmaligkeit nachvollziehbar sein. Und das für jeden in jedem Land der Erde.“, so Icomos-Vizepräsident Christoph Machat. Die internationale Konkurrenz ist groß und vor allem Bewerbungen aus Europa werden besonders kritisch geprüft, da es im Moment eine Europa-Lastigkeit in der Welterbeliste gebe.

 

Schon 2007 hatte der Landtag beschlossen, eine Bewerbung um die Aufnahme in die Unesco-Weltkulturerbe-Liste zu unterstützen. Seit 2014 steht das Schweriner Wahrzeichen auf der deutschen Vorschlagsliste. Mit den umgebenden Gebäuden und Gärten gilt der ehemalige Herrschersitz der Großherzöge von Mecklenburg als außergewöhnliches Zeugnis des romantischen Historismus in Europa.

 

 

 

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