Schwerin-Lokal

Kita-Gebühren steigen

Schwerin, 08.01.2016. (red/sr). Die Gebühren für einen Kitaplatz in einer städtischen Kindertagesstätte steigen. In diesem Zusammenhang wird nun Kritik laut, dass die betroffenen Eltern in den Mitwirkungsprozess nicht eingebaut wurden.

 

kita dreesch

 

Von Stefan Rochow

 

Die im vergangenen Jahr beschlossenen Gehaltserhöhungen für Erzieherinnen und Erzieher zeigen nun in Schwerin die ersten Auswirkungen. Die Eltern müssen für die Betreuung ihrer Kinder zukünftig tiefer in die Tasche greifen. Die Elternbeiträge in der Krippe für einen Ganztagsplatz werden um durchschnittlich 48,00 Euro und für einen Teilzeitplatz um durchschnittlich 29,00 Euro; im Kindergarten für einen Ganztagsplatz um durchschnittlich 29,00 Euro und für einen Teilzeitplatz um durchschnittlich 19,00 Euro; im Hort für einen Ganztagsplatz um durchschnittlich 13,50 Euro und für einen Teilzeitplatz um durchschnittlich 9,00 Euro steigen. Das ist das Ergebnis der Entgeltverhandlungen zwischen der städtischen Kita gGmbH und der Landeshauptstadt Schwerin.

 

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Nach Angaben der Stadt, müsse Schwerin in diesem Jahr über eine Millionen Euro mehr in die Hand nehmen, um die Arbeit der Kita gGmbH zu bezuschussen. In den Betrag habe man die Mehrkosten für die Übernahme der Elternbeiträge, wenn diese aufgrund ihres Einkommens keine Elternbeiträge zahlen können, einberechnet. Einen Teil des Kostenanstiegs sollen nun die Eltern in Form von Gebührenerhöhungen zahlen. Diese Entscheidung löst nicht nur Freude aus.

 

Eltern sind nicht der »Zahlmeister der Kita gGmbH«

 

Die FDP-Stadtvertreterin Cécile Bonnet - Weidhofer kritisiert die Gebührenerhöhung der Kita gGmbH

Die FDP-Stadtvertreterin Cécile Bonnet – Weidhofer kritisiert die Gebührenerhöhung der Kita gGmbH

Die FDP-Stadtvertreterin Cécile Bonnet-Weidhofer wirft der Geschäftsführerin der Kita gGmbH, Anke Preuß, nun vor, dass diese eine »Geheimhaltungspolitik« gegenüber den Eltern betrieben habe. So hätte sie lediglich ein pauschales Schreiben an die Eltern verschickt, in dem sie auf bevorstehende Entgeltverhandlungen mit der Stadt hingewiesen habe. Nach der Ansicht Bonnet-Weidhofers habe Preuße damit das gesetzlich vorgesehene Mitwirkungsverfahren der Eltern ausgehebelt. »Den betroffenen Schweriner Eltern ist auf Augenhöhe zu begegnen, statt sie zu Zahlmeistern der Kita gGmbH zu degradieren.«, sagt die Stadtvertreterin.

 

Die von der Landeshauptstadt als Begründung ins Feld geführten Tarifsteigerungen stünden nach Bonnet-Weidhofers Ansicht noch nicht fest und sollten daher in die Beitragskalkulation nicht einberechnet werden. »Schweriner Eltern und die Stadt Schwerin sind schließlich nicht die Bank der Kita gGmbH. Hier erwarte ich mehr Augenmaß – auch im Interesse der Eltern, die über geringe Einkommen verfügen. 20 Euro oder noch höhere Mehrbelastungen im Monat pro Kind tun weh, auch wenn das vielleicht nicht Jeder nachvollziehen kann.«, sagt Bonnet-Weidhofer.

 

 

Kritik kommt von der Stadtvertreterin auch in Richtung Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Schließlich habe diese sich im vergangen Jahr auch öffentlich für eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher ausgesprochen. »Da wäre es seitens Frau Gramkow konsequent gewesen, ihre Lösungsvorschläge zu unterbreiten, wie die Mehrkosten aus steigenden Personalkosten und die seit Jahren bekannte soziale Schieflage bei steigenden Kita- Elternbeiträgen gelöst werden sollen. Dazu schweigt sich die Oberbürgermeisterin bisher weiter aus.«, wirft die FDP-Politikerin der Oberbürgermeisterin vor.

 

Immer wieder Kritik an Kita gGmbH-Geschäftsführerin

 

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Kritik an der Geschäftsführung der Kita gGmbH. So warfen Kritiker der Geschäftsführerin Preuß schon Anfang des vergangenen Jahres vor, sie hätte auch beim Thema Kita-Essenspauschale die Eltern nicht ausreichend in den Entscheidungsprozess einbezogen.

 

Im Zusammenhang mit dem Kita-Streik im letzten Jahr, hatte sich Preuß öffentlich geweigert, die streikbedingten Mehreinnahmen an die Eltern zurückzuzahlen. Erst nach Druck aus der Stadtvertretung konnte ein Kompromiss gefunden werden.

 


 

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