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LINKE startet mit Gregor Gysi in die heiße Wahlkampfphase

Schwerin, 08.08.2017 (red/sr). Die LINKE in Schwerin eröffnete gestern die heiße Phase des Wahlkampfes. Direktkandidat André Walther konnte sich gestern dabei auf zwei prominente Unterstützer verlassen.  Von Stefan Rochow

 

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Gregor Gysi (links), Erwin Hilbert (MItte) und André Walther auf der Bühne in der Mecklenburger Straße. Foto: Dario Rochow | Schwerin-Lokal

 

Der Endspurt hat begonnen und in Schwerin hat gestern Mittag auch DIE LINKE in der Mecklenburger Straße die heiße Phase Wahlkampfes eingeläutet. Bundestagsdirektkandidat André Walther hatte sich gleich zwei prominente Unterstützer nach Schwerin geholt. Mit Erwin Hilbert, dem langjährigen Tourmanager von Udo Lindenberg und dem früheren Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Bundestag, Gregor Gysi kamen zwei Persönlichkeiten in die Landeshauptstadt, die auf eine bewegende Geschichte zurückblicken können.

Hilbert, der viele Jahre eng mit Udo Lindenberg zusammenarbeitete und  macht keinen Hehl daraus, dass er sich politisch links engagiert, wünscht sich eine starke LINKE im kommenden Bundestag. Für den Wahlkampf hatte er gestern einen Tipp parat: „Die Köpfe wenden sich im Wind der Politik. Wenn ihr die Wahlen gewinnen wollt, dann müsst ihr die Herzen der Menschen erreichen.“

 

„Wahlen werden erst in der letzten Woche entschieden“

 

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Gregor Gysi bei seiner Rede Foto: Dario Rochow | Schwerin-Lokal

Um die Herzen der Schwerinerinnen und Schweriner, kämpfte dann der immer noch in der LINKEN als Publikumsmagnet geltende Gregor Gysi. Ihn ärgert vor allem, dass bei vielen Menschen schon vor der heißen Wahlkampfphase der Eindruck entstanden ist, dass sich auch im Herbst 2017 in Deutschland nichts verändern wird. „Das gibt dem Wahlkampf wenig Kraft“, ärgert sich Gysi. Er hingegen glaubt, dass überhaupt noch nichts entschieden ist. Da es immer weniger Parteibindungen durch die Wählerinnen und Wähler gibt, werden Wahlen erst in der letzten Woche vor der Wahl entschieden. Daher lohne es sich um jede Stimme zu kämpfen, so Gysi, der heute Präsident der Partei der Europäischen Linken ist.

Für Gregor Gysi steht das Land alles andere gut da. Damit widerspricht er vor allem den Aussagen, die immer wieder aus dem Regierungslager, insbesondere von der CDU, kommen. 27 Jahre nach der Wiedervereinigung sieht Gysi immer noch eine Ungleichbehandlung zwischen Ost und West. Für den LINKEN-Politiker ist das ein Unding. Als Beispiel nennt er gestern unter anderem Tariflöhne, die bisher immer noch zwischen Ost und West unterschieden werden. Viele Menschen könnten heute die komplizierten Zusammenhänge nicht mehr verstehen und sind angesichts einer Zeit, die als sich immer schneller wandelnd empfunden wird, manchmal verstört. Daher entscheiden die Menschen heute emotionaler als früher. Entscheidend sei daher, ob man dass was man macht mit Leidenschaft macht oder nicht. Leidenschaft, merkt man Gregor Gysi gestern an.

Die AfD, die sich immer stärker als Protestpartei der Menschen etabliert und auch für die LINKE eine Konkurrenz darstellt, ist für Gysi eine Partei, die dem „europäischen Trend“ entspricht. „Man muss das Interesse niedrig halten, diese Partei zu wählen“, sagt Gysi. Dazu bedürfe es aber eines neuen Schwungs in der Politik.

 

„Die herrschende Politik in Berlin bedroht die Zukunft“

 

André Walthers Motto lautet „Einfach anders“ Foto: Dario Rochow | Schwerin-Lokal

„Einfach anders“, so lautet das Motto des Direktkandidaten der LINKEN, André Walther. Der 28-jährige Schweriner Kommunalpolitiker studiert im Moment an der Hochschule Wismar Wirtschaftsrecht. Walther möchte für die LINKEN im Herbst in den Bundestag einziehen.

Dass das nicht leicht werden wird, das weiß der Student, der im Moment auch als Mitarbeiter von Gregor Gysi arbeitet. Vor vier Jahren erreichten DIE LINKEN in der Stadt 22,2 Prozent. Der damalige Direktkandidat Dieter Bartsch kam bei der Wahl auf Platz 3. Dieses Ergebnis, so das Ziel von André Walther, soll sein Minimalziel sein.

Seit 12 Jahren engagiert er sich bei den LINKEN. Seit 2009 ist er auch Stadtvertreter der Landeshauptstadt Schwerin. Jugend wandert leider heute immer noch viel zu sehr aus Mecklenburg-Vorpommern ab. „Mecklenburg-Vorpommern – das Land zum Leben“, ein Marketing-Slogan der Landesregierung, den man oft an Autobahnausfahrten findet, geht für Walther am Leben vorbei. Immer noch habe das Bundesland die niedrigsten Löhne bundesweit, die höchste Arbeitslosigkeit und die deutschlandweit größte Kinderarmut.

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Alles Probleme, die für den LINKEN-Direktkandidaten zeigen, dass die „Wünsche und Vorstellungen von einem guten Leben nicht ausreichend von der Politik berücksichtigt werden?“ Walther möchte aber nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern mitgestalten. Das möchte er ab Herbst im Bundestag machen. „Mecklenburg-Vorpommern darf den Anschluss nicht verpassen“, so die große Sorge des Jungpolitikers. „Die herrschende Politik in Berlin bedroht die Zukunft einer ganzen Generation. Ich will nicht, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse von Jung und Alt gegeneinander ausgespielt werden“, sagt Walther. Gregor Gysi jedenfalls wünschte dem jungen Mann gestern „ein glückliches Händchen“.

 

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