Schwerin-Lokal

SPD möchte Maßnahmekatalog gegen Kinderarmut vorantreiben

Schwerin, 12.11.2017 (red/sr). Die SPD sucht nach Strategien, die hohe Kinderarmut in Schwerin zu bekämpfen. Zusammen mit Fachleuten, soll die Landeshauptstadt einen Massnahmekatalog entwickeln. Von Stefan Rochow

 

Symbolbild

 

Seit vielen Jahren ist die Kinderarmut in Schwerin ein großes Thema. Landesweit gelten nach Angaben des Kindesschutzbundes über 20 Prozent der Kinder als arm. Zahlen, die einfach zu hoch sind. „Dagegen muss auch die Kommunalpolitik engagiert handeln.“, so der SPD-Stadtfraktionsvorsitzende Christian Masch.

Seine Fraktion hat deshalb für die kommende Stadtvertretersitzung einen Antrag vorgelegt, der das Thema angehen soll. „Ziel ist, dass die Stadt gemeinsam mit Fachleuten einen Maßnahmenplan gegen Kinderarmut erarbeitet“, erläutert Masch die Zielsetzung der SPD.

 

Kinderarmut beeinflusst den späteren Lebensweg

 

SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Masch

Trotz einer verbesserten Wirtschaftslage bleiben in Schwerin die Sozialleistungen für Kinder nach wie vor auf einem hohen Niveau. Besonders Kinder von Alleinerziehenden sind betroffen.  „In einigen Stadtteilen leben zwei von drei Kinder in Haushalten, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. Die Quote der Kinder unter 18 Jahren in Bedarfsgemeinschaften liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt.“, so Christian Masch.

Vieles deute daher für die SPD-Fraktion auf eine hohe Armutsquote bei Kindern und Jugendlichen hin. „Kinderarmut wirkt sich auf den späteren Lebensweg oft schlecht aus. Wir wollen aber gleiche Chancen für alle Kinder und zwar unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Armutsbekämpfung zielt aber nicht ausschließlich auf das Einkommen. Auch gute kommunale Angebote, wie z. B. Schulen, Kitas, Sozial-, Familien-, Gesundheits- und Schuldnerberatung, sind Mittel gegen Armut.“, sagt Masch.

 

Mecklenburg-Vorpommern im Bundesdurchschnitt unter Spitzenreitern

 

Armutbekämpfung ist für die Sozialdemokraten daher mehr als die Vermeidung von Einkommensarmut. Schwerin sei als Kommune verpflichtet, städtische Maßnahmen gegen Kinderarmut und für Chancengerechtigkeit zu entwickeln.

Seit Jahren verweisen viele Verbände darauf, dass das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern bei der Kinderarmut zu den Spitzenreitern im Bundesvergleich zählt. Der Bundesdurchschnitt lag im vergangenen Jahr bei 14,4 Prozent. Deutlich über diesem Durchschnitt liegt neben Mecklenburg-Vorpommern nur noch Hamburg.

 

 

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