Schwerin-Lokal

Volkshochschule: Bundestagskandidaten bei Wahlforum nicht eingeladen

Schwerin, 30.08.2017 (red/sr). Gestern  Abend lud die Volkshochschule in Schwerin zu einer Diskussion der Kandidaten zur Bundestagswahl ein. Bundestagskandidaten wurden dabei einfach übergangen. Von Stefan Rochow

 

 

Die Volkshochschule hatte gestern Abend zum Wahlforum „Berlin, wir kommen“ die Bundestagskandidaten von Parteien und einer Wählergemeinschaft eingeladen. Übergangen wurde Einzelbewerberin Angeliak Stoof, die von der seit Jahren in Schwerin etablierten Wählergemeinschaft Unabhängige Bürger unterstützt wird.

Die Kandidatin ist enttäuscht.  „Ich bin ratlos und enttäuscht, warum ausgerechnet ich ausgeschlossen bin. Die Veranstaltung hätte ich nämlich gern genutzt, um auf die Herausforderungen der Barrierefreiheit für unsere Gesellschaft hinzuweisen. Nicht nur die Veranstaltung, sondern auch und vor allem das Gebäude der Volkshochschule sind nicht barrierefrei!“, sagt Angelika Stoof, die seit Jahren als Vorsitzende des Behindertenbeirates ehrenamtlich aktiv ist und dieses Thema im Bundestagswahlkampf belegt.

Fraktionsvorsitzender Silvio Horn ist ebenfalls sauer auf die Volkshochschule.  „Wir sind die Ausgrenzung bei Wahlwerbeveranstaltungen leider gewohnt. Und dass, obwohl wir bei den Kommunalwahlen seit drei Wahlperioden deutlich bessere Ergebnisse erzielen als einige Parteien. Von der Volkshochschule als städtischer Einrichtung erwarte ich eine Erklärung, warum hier mit zweierlei Maß gemessen wird.“

 

Unabhängige Kandidatin bleibt nicht alleine ausgeschlossen

 

 

Die unabhängige Kandidatin ist allerdings nicht die einzige Kandidatin, die gestern von der Volkshochschule nicht eingeladen wurde. Dennis Augustin, der für die AfD im Wahlkreis antritt und dessen Partei nach den Umfragen durchgehend im kommenden Bundestags vertreten sein wird, ist ebensowenig bei der Kandidatenvorstellung berücksichtigt worden wie Stefan Köster von der NPD und Bert Beckmann von der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschland (MLPD).

Die NPD und die MLPD werden vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch und linksextremistisch eingestuft und sind daher Beobachtungsobjekt der Behörde. Hier könnte dann auch die Entscheidung der Volkshochschule begründet sein, auf die Einladung der beiden Kandidaten zu verzichten.

Bei Dennis Augustin  und  Angelika Stoof lässt sich der Ausschluss allerdings damit nicht begründen. Beide Kandidaten sind nicht Mitglied einer extremistischen Partei und daher ist der Ausschluss von der Diskussionsrunde ein schlechter Stil und in keinem Fall demokratisch legitimiert.

 

 

 

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